Mitarbeiter und Führungskräfte sind Experten auf ihren Gebieten. Sie sind gut in Prozessdenken, Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung. Sie finden noch die kleinste Möglichkeit zur Optimierung und Verbesserung. Schließlich ging es die letzten Jahre um Qualitätssteigerung, Prozessverbesserung und Kostenoptimierung. Und dennoch sinken Umsätze und Gewinne, während die Unzufriedenheit von Kunden und Mitarbeiter steigt. Wie kann es soweit kommen, wo doch alles getan wird um besser zu werden?

Effizienz ist der Tod von Innovation und Begeisterung – Intrapreneure brauchen Selbstverantwortung

In den letzten Monaten häufen sich bei meinen Kunden und anderen Gesprächspartnern die Aussagen wie

„Wir finden kein gutes Personal.“

„Wir haben einfach keine Zeit um Ideen umzusetzen.“

„Wir spielen eher Feuerwehr und reagieren, als das wir agieren.“

„Wir sind überlastet und wissen nicht wo wir als erstes anpacken sollen.“

Kommen Ihnen diese Aussagen bekannt vor? Verwenden Sie den ein oder anderen Satz auch selbst? Dann ist es Zeit zu handeln. Und damit meine ich nicht noch effizienter zu werden, nein vielmehr braucht es Zeit und Raum für Kreativität und Innovation.

Effizienzdenken erstickt jegliche Kreativität im Keim. Das führt zu Unlust und Demotivation. Und damit auch zum Personalmangel.

Schluss mit der Effizienz – Gehen Sie auch Risiken ein und fördern Sie Intrapreneure

Intrapreneure sind Mitarbeiter, die mit Lust und Leidenschaft die Extrameile gehen. Sie entwickeln einzigartige Ideen, setzen diese mit hoher Motivation um und bringen damit Unternehmen nicht nur neue Chancen, sondern sichern langfristig auch die Marktposition.

„Ja, aber wir haben keine Zeit!“

Führungskräfte sind dafür verantwortlich Freiräume und Ressourcen zu schaffen. Dabei können sie wiederum auf die Hilfe der Mitarbeiter setzen. Als ich Führungskraft in der Automobilindustrie war, habe ich sehr oft meine Mitarbeiter in die Lösungssuche einbezogen und gefragt was sie zur Umsetzung brauchen und wie wir das gemeinsam schaffen können. Die besten und einfachsten Lösungen sind dabei von meinen Mitarbeitern selbst gekommen.

Weitere Möglichkeiten finden Sie auch in meinem Blogbeitrag zum Thema „Schluss mit dem Innovationstheater“.

„Ja, aber meine Mitarbeiter sind nicht kreativ.“

Haben Sie schon mal von der selbsterfüllenden Prophezeiung (self fulfilling prophecy“) gehört? Bestimmt.

Wenn eine Führungskraft denkt alles selbst lösen zu müssen, dann wird sich diese Person auch entsprechend verhalten. Spricht man dann mit den Mitarbeitern kommt ganz oft die Aussage „Unser Chef reißt einfach alles an sich. Nichts lässt er uns selbst machen oder entscheiden. Ich mach halt einfach nur mehr das was er mir sagt.“ Dadurch fühlt sich der Chef natürlich gleich bestätigt.

Die eigene Einstellung ist essentiell – Intrapreneure brauchen Entscheidungsräume

Zunächst geht es darum den Entscheidungsspielraum von Mitarbeitern zu definieren. Was und inwieweit sollen die Mitarbeiter selbst entscheiden? Was entscheidet die Führungskraft und wann werden die Mitarbeiter wie einbezogen?

Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

  • Was dürfen meine Mitarbeiter entscheiden?
  • Was müssen meine Mitarbeiter entscheiden? Was muss ich als Chef entscheiden?
  • Was sollen meine Mitarbeiter entscheiden?
  • Was wollen meine Mitarbeiter entscheiden?

Mit Mut zu mehr Freiräumen – Intrapreneure brauchen mehr Selbstverantwortung

Die Umstellung auf Selbstorganisation ist kein Selbstläufer, denn dabei wird vieles infrage gestellt. Daher braucht es eine gute Vorbereitung.

Folgende Fragen unterstützen dabei:

  • Warum brauchen wir Selbstorganisation?
  • Wie definieren wir Selbstorganisation?
  • Wer hilft uns bei der Umstellung?
  • Woran messen wir Selbstorganisation?
  • Wer gewinnt dadurch? Wer verliert dadurch?
  • Welchen Preis zahlen wir dafür? Welchen Preis sind wir bereit zu zahlen?
  • Welche neuen Probleme ergeben sich daraus und wie können wir diese lösen?

Nur, wenn Mitarbeiter gut eingebunden sind, gestalten sie ihr Umfeld positiv und wertsteigernd. Es braucht Mitarbeiter, die neue Ideen entwickeln und verfolgen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Bianca Prommer

INTRAPRENEURSHIP

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