In unserer exklusiven Facebook-Community diskutieren wir gerade die Frage, warum Frauen gerade in technischen Bereichen in Führungspositionen fehlen. Ein erster Ansatz ist, dass Frauen gerne tiefstapeln, ihr Können eher runterspielen und sich selbst unterschätzen. Woher kommt dieses Verhalten? Ist es einfach zu sagen, dass die Frauen an ihrer Tiefstapelei scheitern und sich dabei selbst im Weg stehen?

Warum Frauen oft tiefstapeln und so ihrem Erfolg im Weg stehen

Ich habe mit den Mitgliedern der Community mehrere Theorien diskutiert, warum Frauen gerne tiefstapeln. Was meine ich damit? Vielleicht kennst du das auch: Du bist bei einem Training, einem Workshop oder einem Event und es geht in die Vorstellungsrunde. Der Moderator bittet sich kurz zu halten, schließlich soll die Zeit im Auge behalten werden. Während die meisten Frauen dazu neigen, sich an diese Anweisung zu halten und nur drei Sätze über sich sagen, sind es die Männer, die gerne mal 5 Minuten über ihren Werdegang und ihren tollen Fähigkeiten sprechen. Hast du dich auch schon mal darüber geärgert?
Oder: Du bist angestellt in einem Unternehmen mit vielen Männern und bist vielleicht sogar Führungskraft. Deine Arbeit ist so selbstverständlich für dich, dass du nicht damit prahlst, sondern eher deine Erfolge runterspielst, weil es ja schließlich dein Job ist. Und dann kommt dein Kollege aus der Nebenabteilung im nächsten Jour Fixe und lobt sich selbst, wie toll er doch ist.

Warum tiefstapeln wir Frauen und stehen unserem Erfolg möglicherweise sogar im Weg?

Ich habe mehrere Theorien dazu:
Theorie Nummer 1: Bescheidenheit ist uns anerzogen
Die Bescheidenheit wurde uns anerzogen. Als Mädchen hatte ich so ein Stammbuch, wo meine Freunde und auch die Familie schöne Gedichte reingeschrieben haben. Einer der häufigsten Sprüche war:
Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein. Nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.
Damals habe ich diesen Spruch geliebt, aber heute???? Gut, wer weiß schon im Grundschulalter welche Nachwirkungen ein solcher Satz haben kann?
Gleichzeitig habe ich so oft gehört: Sei nicht so laut. Du bist so arrogant. Du bist zickig. Nimm dich etwas mehr zurück. Die Welt dreht sich nicht nur um dich.
Wer kennt das auch von euch? Wem wurden diese Sätze auch als kleines Mädchen eingetrichtert? Und das setzt sich dann ja auch im Berufsleben fort. Wenn ein Mann seine Meinung oder eine Idee im Meeting vertritt, dann ist das okay. Wenn eine Frau das macht, heißt es wieder nur: Die ist zickig. Die ist arrogant. Also halten wir uns zurück. Denn diese Attribute mag man vielleicht nicht haben.
Ich habe jedoch auch schon von der Gegenbewegung gelsen. Und zwar schreibt die Mannheimer Sängerin Joana: Sei wie die stolze Rose, stolz, stachelig und wild, nicht wie das Veilchen im Moose, demütig, dusslig und still.

Theorie Nummer 2: Muster aus der Steinzeit

Aus der Steinzeit heraus sind wir Frauen die Bescheidenen. Der Mann geht raus, jagt das Fleisch und ist der große Zampano, weil ja er das große, böse Tier erlegt hat. Die Frau bleibt in der Höhle und versorgt uns. Das zieht sich in manchen Bereichen ja bis heute noch durch die Zeitalter.
Der Mann stellt sich lang und breit vor und wird beklatscht, selbst wenn man weiß, dass das nur heiße Luft ist. Macht eine Frau das, heißt es wieder: Die ist arrogant, eingebildet. Ich hab sogar mal gehört: Dich mag keiner, weil du immer betonst, was du schon alles gemacht habe????

Theorie Nummer 3: Wir wollen dazu gehören

Wir wollen beliebt sein und passen uns an den Durchschnitt an.
Ich war eine tolle Schülerin, hab schnell gelernt und war Klassenbeste. Meine Noten waren echt gut. Schnell habe ich jedoch gemerkt, dass meine Mitschüler mich schief anschauen oder gesagt haben: ist eh klar, die Bianca kann das sicher. Aber was will man als 8-jähriges Mädchen. Man will gemocht werden, man will Freunde haben und einfach auch dazugehören. Also schraubt man zurück. Man spricht nicht mehr über Noten oder das man als einzige das richtige Ergebnis in der Mathearbeit hat. Schnell übernimmt man dieses Verhalten wohl das Erwachsensein mit.

Theorie Nummer 4: Behütet aufwachsen

Es gibt Menschen, die als kleine Kinder in Watte gepackt worden und ständig ist ihnen gesagt worden wie toll sie sind und was sie nicht alles gut können. Dann sind sie in die Schule gekommen und waren plötzlich nicht mehr die besten. Vielleicht sind sie sogar ausgelacht geworden. Und plötzlich dreht sich die Aufmerksamkeit nur mehr um die eigenen Schwächen. Und das bis ins hohe Erwachsenen-Alter
Ich denke meist ist es eine Kombination aus mehreren Aspekten. Wenn du wissen möchtest was unsere Facebook-Community dazu meint, dann komm gerne vorbei und diskutiere mit. Selbstverständlich bekommst du dort auch regelmäßig Tipps und Impulse zu Strategien, wie du deine Selbstzweifel besser kontrollieren kannst.

Alles Liebe

Bianca